5 Jahre Modekapitän – Rückblick und Zukunft

Heute schaue ich zurück auf die letzten 5 Jahre, denn Anfang Mai 2022 besteht der Modekapitän seit 5 Jahren. Ich möchte auf die Anfänge zurückschauen und ein wenig aus dem Nähkästchen plaudern, umso transparent zu machen wie der Werdegang war und wohin die Reise gehen soll.

Ich bedanke mich auf jeden Fall, bei all meinen Kundinnen, Wegbegleitern, Podcast-Zuhörerinnen, treuen Leserinnen von meinem Blog und Followern bei Social Media. Sie alle bestärken mich in dem was ich tue und bringen mich weiter voran.

5 Jahre Modekapitän

Am 01. Mai 2017 habe ich das Unternehmen Modekapitän, wie es inzwischen heißt gegründet. Damals trug es meinen eigenen Namen, irgendwann Step2 Consulting, was irgendwie alles und nichts bedeuten konnte. Heute bin ich super stolz und total glücklich mit dem Namen Modekapitän. Dazu gleich noch einmal mehr.

In der Textilindustrie bin ich seit meinem Modedesign-Abschluss 2009 aktiv tätig. Es gibt Faktoren, die seit dem bis heute immer noch nicht gegeben sind und wofür mich mich mit meinem Unternehmen seit meinem Berufsstart einsetze. Ich habe ja auch schon in einem Verbandsvorstand mitgearbeitet und hatte da schon immer viele Kontakte, auch zu Absolventen und Studenten, denen einfach zu viele Antworten auf Fragen fehlten oder einfach nicht transparent zur Verfügung gestellt wurden. Ende April habe ich ein Gespräch mit einer Interessentin geführt, wo genau das selbe Thema wieder aufgeploppt ist und ich mir bewusst wurde, dass wir noch immer einen Weg vor uns haben. Ich freu mich, dass Modekapitän ein Teil dieses Weges ist und viele Fragen beantwortet.


2 Aspekte sind mir besonders wichtig 

Zum Einen möchte ich mich dafür einsetzen, dass Informationen der Branche transparenter zugänglich sind, es gibt immer noch so wenige leicht zugängliche Informationen. Letzte Woche habe ich mit einer Gründerin gesprochen, die sagt, dass man nichts findet im Internet, wenn es bspw. um Produktionspreise geht. Das ist für mich absolut nicht nachvollziehbar. Mit unserem vielfältigen Informationsangebot wie Newsletter, Podcast, Social Media, Website, direkte Gespräche, liefern wir Antworten auf die Fragen von meinen Kundinnen und Followern: Wie hoch darf Dein Preis sein, wie kalkulierst Du ihn, wieviel bekommt der Einzelhändler, wo findest Du passende Produzenten? Wie viel Stück musst Du abnehmen, wie produzierst Du überhaupt? Wo findest Du passende Einzelhändler, wann und wie kaufen die? Wie sieht der Branchenzyklus aus? Da gibt es keine klare Übersicht. Aber wenn Du die Verkaufsphasen kennst, wird es Dir leichter fallen, Deine Ware an Einzelhändler zu verkaufen. Modekapitän liefert hier einen enormen Mehrwert. Wir müssen uns dafür einsetzen, dass dieses Gap geschlossen wird.

Zum Anderen die Chancengerechtigkeit: Du sollst die gleiche Chance haben auf dem Markt wie etablierte Player, große Textilunternehmer. Wie schwer es vor ein paar Jahren noch war, dass ein Einzelhändler bei dir als neues Label ordert. Da hat sich wirklich schon einiges getan. Aber es ist noch nicht der Status Quo erreicht, da müssen wir weiter dran arbeiten.

Mich interessiert, ob Du alle Fragen findest: Gibt es Fragen, die Dir auch der Modekapitän noch nicht beantwortet? Ich bin super interessiert daran, deine Kernfragen zu kennen, um noch besser helfen zu können. Schreib mir doch gerne eine EMail.


2018

Früher habe ich in NRW gewohnt, meinen Wohnsitz habe ich im Frühjahr 2018 verlagert. Meine Tochter war noch sehr klein und ich hatte immer den Wunsch in den Norden zu ziehen, da ich während meiner Ausbildung auf Fehmarn im Saisongeschäft gearbeitet habe und es so unfassbar schön fand. 5 oder 6 Tage habe ich mich umgeschaut und mich dann ziemlich schnell für ein Objekt ausgesprochen. Seit dem ist der Modekapitän fester Bestandteil Schleswig-Holsteins. Ich bin eingenordet, dass habe ich spätestens daran gemerkt das ich sogar schon den Karneval vergaß. Immer wenn ich von meinen Reisen zurückkomme, an die frische Luft an der Ostsee, weiß ich, weshalb ich hier hoch gezogen bin. Das Reisen bringt mir seitdem noch mehr Spaß, weil ich hier einen Ruhepol gefunden habe und mein Leben dadurch entspannter geworden ist. In NRW hat man gefühlt gar keine Freizeit, bzw. hat man die Freizeit hier in Schleswig-Holstein direkt vor der Tür und es ist nicht so trubelig wie in NRW. Auch für meine Tochter war das die beste Entscheidung.

Ich habe in meinem Kalender geblättert um herauszufinden was 2018/2019 an großen Projekten war, aber irgendwie ist da ein Leck. Ich weiß noch, dass die Tagesmutter meiner Tochter weiter entfernt war und ich dadurch viel gefahren bin. Aber größere, bedeutende Projekte sind da nicht. Natürlich hatte ich 1:1 Kundinnen, aber jetzt haben wir ein großes Dienstleisterprojekt, die Teilnahme an der Nordstil u.v.m. Das ist aber alles eher in der jüngeren Vergangenheit entstanden.

Einen zentralen Punkt gab es aber 2018 noch vor meinem Umzug: der Kontakt zu Melanie von Plückefinken. Sie begleitet mich und ich sie jetzt seit über 4 Jahren. Sie ist das allerbeste Beispiel was möglich ist. Sie ist inzwischen ein Vorbild für viele andere Unternehmerinnen. Inzwischen habe ich jetzt einige Kundinnen, die ich schon länger begleiten darf und ich bin so unfassbar dankbar für die Treue.


2019

2019 habe ich einen Popup-Store eröffnet, wo ich ausgetestet habe, die Produkte meiner Kundinnen zu verkaufen. Das lief leider nur mäßig: Die Nebensaison war schlecht besucht und dann kam auch noch ziemlich schnell Corona. Ich habe mich dann dagegen entschieden den Mietvertrag zu verlängern und das war zum Glück die beste Entscheidung. Diese Tür habe ich vorerst geschlossen. Wenn man eine Tür schließt, öffnet sich aber oftmals eine andere. Und so war es auch bei mir: Als ich diese Tür zugemacht habe, startete ich eine Fortbildung. Ich habe immer viele Fortbildungen besucht, um dazu zu lernen oder auch mein Netzwerk zu erweitern.


2020

Ich bin über das Positionierungsprogramm von Wortkreation gestolpert. Aus der Truppe von 6 Teilnehmerinnen, ist etwas Großartiges entstanden: meine Mastermind-Gruppe, die immer noch besteht und mit der ich mich regelmäßig live und digital treffe. Mit diesen wundervollen Unternehmerinnen teile ich einen großen Teil meiner unternehmerischen Reise. Mit Rat und Tat stehen wir uns zur Seite.

Dieses Jahr biete ich aufgrund von Melanies Bitten auch eine Mastermind an. Melanie wohnt auf dem Land,  dort gibt es wenig Chance ein Netzwerk aufzubauen, gerade auch aus der Branche. Deswegen geht es Mitte Juni für 4 Teilnehmerinnen los. Wir gucken uns die Zusammenstellung der Teilnehmerinnen genau an und ich bin so gespannt auf die Truppe. Die Mastermind ist ein totaler Booster fürs Unternehmen. Meine Mastermind-Kolleginnen stimmen da bestimmt zu 100% zu. Jeder kann vom Wissen des anderen profitieren.


Bring Dein Business auf’s nächste Level: In dieser Mastermind kannst Du alle Höhen und Tiefen Deines unternehmerischen Törns mit anderen Textil-Unternehmerinnen und dem Modekapitän teilen.


Ein weiterer wichtiger Aspekt ergab sich auch noch aus der Fortbildung. Ich habe nach einem passenden Namen gesucht, der mit Mode oder Textilien zu tun hat, aber nicht zu leicht verständlich sein sollte. Irgendwie kamen wir gemeinsam auf diese Idee und am Ende war der Modekapitän glaube ich sogar Melanies Idee. Inzwischen ist das ein so etablierter Begriff, auch marketingtechnisch. Hier an der Ostsee hat man so viele coole Storys, die man dann auch visualisieren kann. Diesen Namen lasse ich nicht noch einmal gehen.


2021

In 2021 kam einiges Neues auf mich zu. Erstmalig habe ich das Gruppenprogramm "Ab in den Handel" verkauft: dort lernst Du wie Du Einzelhändler für Dein Label gewinnen kannst. Eine neue Runde ist gerade erst gestartet. 2021 war alles noch live, jetzt habe ich Videos gedreht und Arbeitsmaterialien erstellt, die in einem richtig tollen Kursbereich hinterlegt sind. Trag dich gern auf die Warteliste ein, um bei der nächsten Runde dabei zu sein.

Vor genau einem Jahr habe ich den Podcast "Der Modekapitän" ins Leben gerufen. Inzwischen gibt es 36 Folgen. Das Medium macht mir am allermeisten Spaß, mit vorbereiteter Struktur einfach drauf los reden.

Im Sommer 2021 hat mir Melanie eine Virtuelle Assistentin empfohlen, die für sie tätig: Martina. Martina hat Erfahrung in der Textilindustrie und mir gefiel was Melanie von ihr erzählt hatte. Ich habe dann den Kontakt gesucht und nach 2 Monaten, auch viel Beharrlichkeit von Martina, haben wir unsere Zusammenarbeit aufgenommen. Inzwischen ist sie ein fester Bestandteil und feiert dieses Jahr selbst 1jähriges Jubiläum.


2022

In der Momentaufnahme durften wir über 200 Kundinnen in den unterschiedlichsten Angeboten betreuen. Einige von den Kundinnen auch schon über einen langen Zeitraum, weil sie ihr Beratungspaket verlängert oder von einem kleineren Angebot in ein größeres Paket eingestiegen sind. Mein Ziel ist es, dass Du erfolgreich wirst. Wir haben in 2022 so tolle neue Sachen geplant. Nicht nur die Mastermind, wir gehen auch aufs Segelboot in einem der schönsten Segelreviere mit einem wunderschönen Boot. Für jede Teilnehmerin gibt es eine Kabine. Ziel ist es, dass wir uns mit der Strategie und mit Kreativarbeiten beschäftigen. Du sollst Dich fernab vom Alltag, der Familie und der Arbeit einfach auf Dich konzentrieren können. Den Tapetenwechsel, gerade auch jetzt nach Corona, wo dass Arbeitspensum wieder massiv angezogen hat, kann ich dir das nur ans Herz legen. Nimm Dir Zeit zu überlegen, wie es weitergehen soll und wo Du hinmöchtest.


Produktion

Einer meiner Pläne wird dieses Jahr viel schneller Realität als ich gedacht hätte. Anfang des Jahres habe ich formuliert, dass ich in eine Produktion einsteigen möchte. Ich bin immer davon ausgegangen, dass ich mit jemandem, einem Mann, eine Produktion neu gründen werde. ABER tatsächlich ist es ganz anders: Vor ungefähr einem oder anderthalb Monaten habe ich durch eine meiner Kundinnen eine Produktionsstätte in Süddeutschland kennengelernt. Diese hat mich emotional total gepackt. Es ist so einmalig: Produziert wird komplett mit Flüchtlingen. Sie können richtig gut nähen, es gibt Ledernäher und Textilien aller Arten werden professionell vernäht. Das ist so WOW! Aktuell gibt 2 Gesellschafter, einen Mann und eine Frau. Der Mann steigt aus Altersgründen aus und ich übernehme den Platz. Eine Frau, die den selben Antrieb hat wie ich, die in eine ähnliche Richtung denkt. Es ist auch eine große Herausforderung, aber ich freue mich so sehr darauf.

2 Dinge zeigt das Projekt auf: Das ein deutscher Produktionsstandort in 2022 nicht nur aktueller denn je ist, sondern vor allem auch funktionieren und rentabel sein kann und das Integration möglich ist, Egal welches Alter, welche Religion, Analphabet oder nicht: Das funktioniert! Wir hatten ein Team-Meeting mit diversen Sprachen, alle Hautfarben, männlich, weiblich, alle Altersstufen, manche haben gefastet, ich war die einzige Deutsche und es hat so gut funktioniert. Es gab einfach gegenseitigen Respekt. Ich hatte schon so viele Situationen in meinem Leben, wo das leider nicht gegeben war, daher bin ich nachhaltig geflasht. Es ist ein super Match: Die Gesellschafterin hat einen super Draht zu ihren Leuten und hat ein tolles Netzwerk, aber es fehlen kontinuierliche Kundenaufträge, was braucht eine Produktionsstätte für Unterlagen, was sind Preise, die Du dort erwarten darfst. Die Textilproduktion wieder nach Deutschland holen, was kann uns dann noch aufhalten?

Für die nächsten 5 Jahre gibt es noch so viel Potenzial. Ergreif die Chancen, die sich dir bieten!

Herzliche Grüße

Dein Modekapitän


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